Griechische Mysterienreligion

Die Mysterienreligionen begleiteten die griechische Religion von ihren Anfängen an und die hellenistisch geprägte römische Religion seit dem 2. Jhdt. v. Chr. In einer ersten Phase der Mysterienbildung kam es zur Entwicklung des Demeter-Kultes von Eleusis, der Mysterien des Orpheus und des Dionysos-Zagreus. Das älteste erhaltene literarische Zeugnis eines Mysterienkultes ist der homerische Hymnus auf die Göttin Demeter aus dem späten 7. Jhdt. v. Chr. In spätere Zeit fiel die Entwicklung von Mysterien, deren Wurzeln im Vorderen Orient und Ägypten liegen: Kybele, Adonis und Attis, Isis und Osiris (Sarapis) und Mithras.

Vom Inhalt der Mysterien weiß man aufgrund der Geheimhaltungsvorschrift nur sehr wenig. Zentrale Themen waren die Vorstellungen von Geburt, Hochzeit, Tod und Ackerbau.

Die Mysterienkulte genossen vor allem in unsicheren Zeiten regen Zulauf. So übernahmen die Griechen den Isis-Kult nach dem Tod Alexanders des Großen (323 v. Chr.) und die Römer führten die orientalische Kybele Ende des 3. Jhdts. v. Chr. – nach dem Einmarsch Hannibals in Italien – ein. Auch Iupiter Dolichenus, Adonis, Isis und Osiris (Sarapis) und Dea Syria waren bereits in vorchristlicher Zeit in das römische Reich eingedrungen. Zu den beliebtesten Mysterien gehörte der persische Mithras-Kult, den römische Soldaten im 1. Jhdt. n. Chr. importierten. Begünstigt wurde die Einführung dieser neuen Kulte durch die guten Verkehrsverbindungen und die gemeinsame Sprache im Römischen Imperium. Außerdem waren die Römer aufnahmebereit und tolerant gegenüber anderen Religionen. Die hoffnungsfrohe Botschaft der Mysterien, die ein glückliches Dasein im Jenseits versprachen, bewirkte ihre Attraktivität. Denn die griechisch-römische Religion hatte nichts Derartiges zu bieten.

Die Mysterienkulte, die ihre Blüte in der römischen Kaiserzeit erlebten, verschwanden nach dem Sieg des Christentums im 4. Jhdt. n. Chr. .

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