DIE RELIGION DER RÖMER

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Die Römer, ursprünglich ein Bauernvolk, hatten zunächst eine sehr einfache, auf das praktische Leben abzielende Vorstellung von Religion.

Ihr Kult war zunächst bild- und tempellos.

Ihre Götter waren Schutzgötter des Hauses und der Felder:

 z.B.:

 DEA DIA und MATER MATUTA (Fruchtbarkeitsgöttin­nen),

 IANUS (Haustür),

 CONSUS (Ernte),

FLORA (Pflanzen),

FAUNUS (Vieh),

 SILVANUS (Wälder),

PAN (Hirten),

 PALES (Herden und Weiden),

NYMPHAE (Berg-, Quell- und Baumnymphen)

Durch die kontinuierliche Ausdehnung des römischen Machtbereiches lernten die Römer religiöse Vor­stellungen anderer Völker kennen, deren Götter und Kulte sie in das römische Göttersystem aufnahmen und den eigenen Vorstellungen anglichen (INTERPRETATIO ROMANA).
Die Verbindung zur Götterwelt wurde durch genaue Befolgung eines Rituals, durch sorgfältige Einhal­tung der Gebetsformeln und zeremonielle Handlungen hergestellt.
Charakteristisch war auch das VOTUM (= Gelübde), eine Art "Vertrag" zwischen Mensch und Gottheit. Für die Gewährung seiner Wünsche versprach dieser die Einlösung der im VOTUM festgelegten Dan­kesleistung.
Zur Erkundung des göttlichen Willens bedienten sich die Römer der AUSPIZIEN (urspr.: Beobachtung des Vogelfluges, Vogelgeschreies), der PRODIGIEN (besondere Vorgänge in der Natur wie Sonnenfin­sternis, Erdbeben, Steinregen, aber auch Mißgeburten ...) oder sie interpretierten OMINA (Worte oder Zeichen von glücklicher oder unglücklicher Vorbedeutung, beispielsweise Traumerscheinungen, selbst­tätiges Öffnen einer Tür ...)

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DIE WICHTIGSTEN GOTTHEITEN DER RÖMER

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JUPITER:

ist Sohn des Saturnus und bedeutendste Gott der Römer. Ursprünglich ein Wettergott (Donner und Blitz als Symbole), wachte er als IUPITER OPTIMUS MAXIMUS (= höchster Gott) über den Staat und die Verträge. Er stellt den Vater aller Götter und Menschen dar. Im Tempel des Jupiter auf dem Kapitol hielt der Senat jährlich die erste Sitzung ab. Beim Kapitolshügel endete auch der Triumphzug eines sehr erfolgreichen Feldherrn. Er verkörpert gemeinsam mit IUNO und MINERVA die KAPITOLINISCHE TRIAS (griechische Entsprechung: Zeus).

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MARS:

 Kriegsgott, der Sage nach Vater von Romulus und Remus; der Monat März (Martius) leitet von ihm seinen Namen ab. Er galt bei den Römern als Kriegsgott. Wolf und Specht waren ihm heilig. (Ares)

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VENUS:

Göttin der Liebe und Schönheit (Aphrodite)

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APOLLO:

Urspr. Sonnengott, Gott der Rettung und Heilung, Gott des Sieges und des Lichtes, auch Gott der Dichtkunst und Anführer der 9 Musen .

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Orientalische Kulte und Einflüsse auf die Römer


Neben griechischen und etruskischen Einflüssen sind vor allem religiöse Einflüsse aus dem Osten bemerkenswert. Durch den verstärkten Kontakt mit den Völkern des Orients gelangten immer neue Kulte nach Rom. Zu diesen zählen etwa der KYBELEKULT (Kult der Magna Mater, der Muttergott­heit Kleinasiens), der ISISKULT (der Kult dieser ägyptischen Gottheit erweckte Hoffnung auf ein glückliches Leben im Jenseits) oder der MITHRASKULT (persischer Sonnengott, dessen Kult vor al­lem unter den Soldaten verbreitet war, da er ein Leben nach dem Tod in Aussicht stellte).

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