Keltischer Glaube

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 Der Glaube

Die Mystik und Religion der Keltischen Staemme scheint auf den ersten Blick aeußerst kompli-
ziert und verworren, wie eines ihrer so kunstfertig gefertigten Schlingmuster, doch dieser
Schein truegt. Um sie zu verstehen, muessen wir zunaechst eine grundsaetzliche Trennung zwi-
schen Glaube und Religion vornehmen und diese fuer sich betrachten: Der Glaube ist das grund-
saetzliche Wissen um die Natur und ihre Gesamtbeziehung zu jedem einzelnen Kelten. Er besitzt
dafuer ein Symbol zur staendigen Erinnerung. Das "Triskell".

Es verkörpert fuer ihn das Entstehen, das Sein und das Vergehen. Es ist das Zeichen der
"Großen Mutter", der Natur. Also ist es wichtig fuer den Einzelnen, diesem Lauf zu folgen,
seinen Platz innerhalb des Gesamten einzunehmen. Auf der Basis dieses Glaubens verfolgt also
jeder seine eigenen Ziele. Da er sich aber, wie alle anderen, an die Gesetze der Natur haelt,
wird er jenen Platz einnehmen, den die Natur fuer ihn vorgesehen hat und an dem er wiederum
durch dieselben Gesetze geschuetzt ist. Daraus erklaert sich dann auch der Keltische Schick-
salsbegriff. Also baut sich auf der Individualitaet des Einzelnen das Kollektiv der gesamten
Gesellschaft auf. Mit diesen Voraussetzungen braucht man keine religioese Organisation im
Sinne einer "Kirche", denn jeder geht seinem Glauben hoechst persoenlich nach, man muß sogar
sagen, jeder zeigt seinen Glauben dadurch, daß er am Leben ist und dieses seiner Natur gemaess
fuehrt. Der Glaube im Keltischen ist also kein katechistischer, sondern im Gegenteil, eine
Lebensfuehrung an und fuer sich.

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Die Religion

Innerhalb des Ganzen, also der Natur, gibt es Kraefte, die als besonders anzusehen sind, so
z.B. Blitz, Feuer, Klang, Heilung usw. . Um mit solchen Kraeften umzugehen, bedurften sie
Namen; Namen, welche ihnen von den Huetern der Gesetze, den Druiden gegeben wurden. Sie sind
nun Hueter, Raecher, Helfer, Fuehrer. Aus ihnen setzt sich die Religion zusammen. Diese
Kraefte sind nicht Goetzen oder Goetter im Griechisch-Hellenistischen Sinne. Dort sind sie
eigenstaendige Wesen außerhalb der Grenzen der Natur, hier sind sie besondere Teile der Natur
mit eigenstaendiger, individualisierter Handlung in derem Rahmen, wie der Mensch selbst. Jene
Regeln zu kennen und auszufuehren, um mit ihnen zu kommunizieren, sie um Hilfe zu bitten oder
gar ihnen zu befehlen, oblagen einzig und allein den Priestern.

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